Tag 67: Manjarín(E)-Ponferrada(E), 6h, 12°C



Der Sturm hat sich gegen Morgen gelegt. Wir frühstücken etwas. Jeder kann nach Belieben eine Spende für das Essen und die Übernachtung geben, das ist sehr ok.



Die Pilgerin aus Basel, 66 Jahre, hat einige Monate in Santiago verbracht und ist nun mit ihrem Hund auf dem Weg zurück in die Schweiz .


Buen camino!







Irgendwo im Hintergrund liegt das Tagesziel Ponferrada.



Blick auf El Acebo, 1150 Hm. Christoph geht vor mir, wir laufen heute zusammen.



El Acebo ist ein kleiner Ort der recht gemütlich wirkt. Wir durchqueren ihn allerdings ohne in der Bar Pause zu machen.



Am Ortsausgang erinnert dieses Denkmal an den Tod des deutschen Fahrradpilgers Heinrich Krause, der 1987 bei einem Unfall auf der steilen Strasse ums Leben kam.



Das Wetter schlägt plötzlich um, innerhalb Sekunden regnet es stark. In Riego de Ambrós ziehen wir uns in einer Bar die Regensachen an, allerdings sind wir schon reichlich durchnässt.
In der Bar hängen grossformatig Bilder. Eines zeigt die Feuerwalze eines Waldbrandes, die kurz vor dem Haus endet. Ein anderes eine schwere Überschwemmung, die am Haus vorbeirauscht.



Etwas später sehen wir einen ganzen Hang von verbrannten Bäumen. So ein Anblick macht mir zu schaffen.



Nach einem langen Abstieg kommen wir nach Molinaseca. Der Regen hat inzwischen wieder aufgehört. Ein herrlicher Duft liegt in der Luft.





Die Kirche San Nicolás hat geöffnet, weil innen Restaurierungsarbeiten durchgeführt werden. Zwei Frauen renovieren einen Seitenaltar.



Maria mit Echthaarperücke. Das sehe ich hier zum erstenmal, es wirkt etwas gespenstisch.



Jesus mit dem Reichsapfel. Als Attribut des römischen Gottes Jupiter war der Erdball in der Hand des Kaisers bzw. des römisch-deutschen König als künftigem Kaiser Sinnbild der Weltherrschaft. Der Neoklassizismus ist nicht unbedingt mein Favourit.



Zur Krönung der Sammlung ein Engel der Ochsen am Joch antreibt. Daneben eine Statue des Rochus oder Wendelin als Pilger, mit schmachtendem Blick 'gen Himmel.



Später wieder ein Denkmal für einen Pilger. Joseph Carty, 2005 hier verstorben.



Man kann sich kaum verlaufen.



Dann kommen wir nach Ponferrada. Eigentlich nur 6h gelaufen, trotzdem fühle ich mich müde. In der Herberge ist sehr viel Betrieb. Im Pilgerbuch finde ich einen Eintrag von Frank aus Baden-Baden, den Wüsten-Marathon Finisher. Der Eintrag ist an mich gerichtet. Frank musste wegen Knieproblemen ein Stück Bus fahren. Schade für ihn, das wollte er nicht. Auch Simon hat hier übernachtet.
Wir waschen, gehen einkaufen und kochen.



Ponferrada ist die Hauptstadt der Comarca El Bierzo der Provinz León in der Autonomen Gemeinschaft Kastilien-León, Spanien. Sie liegt 508 m über dem Meer am Zusammenfluss von Sil und Boeza. Ponferrada hat 66-tausend Einwohner.

Um das 11. Jahrhundert veranlasste der Bischof von Astorga den Bau einer Brücke für die Pilger auf dem Camino. Eine Siedlung mit Burg der Templer entstand an den Ufern des Sil um diese Brücke herum.



Die Mauer war die Stadtmauer der alten Stadt.



Neben der Burg in der Basílica de la Encina findet eine Messe statt. Sie ist sehr gut besucht, die Kirche ist voll. Ich sehe ein paar Pilger, die ich aus León kenne.






Zurück in der Herberge ist diese noch voller. In unserem kleinen Zimmer ist ein Engländer, der wegen einer Fussverletzung nicht mehr laufen kann und einige Etappen Bus fahren muss. Er hofft, mit sehr kleinen Etappen das letzte Stück doch noch gehen zu können. Allerdings geht der Bus bereits um 6:30, die Herberge wird allerdings verschlossen und öffnet erst um 7:00. Der Herbergsvater ist nicht bereit früher zu öffnen.
Der Engländer ist ganz niedergeschlagen, dass er dann noch Stunden zum nächsten Bus warten muss.

Vor dem Fenster ist ein Gitter, ich schaue es mir genauer an. Aber ja, andere hatten das Problem auch schon. Das Gitter ist lose angeschraubt und verziert das Fenster nur noch.

Morgens um 6:00 weckt mich der Engländer leise, ich schraube das Gitter los und halte es, er klettert aus dem Fenster. Filmreif.

3 Comments:

Anonymous Opa said...

Aha, ein Fluchthelfer also :-)

4/23/2007 12:29 vorm.  
Anonymous Anonym said...

Ungeheuerlich, eingesperrt ,wie in einem Hundezwinger? Von Brandschutz hat man hier auch noch nicht gehört und dann trauert man, wenn die huette abfackelt und stellt Kreuze auf! Ich bin echt empört aufgrund solchen Ignoranten Verhaltens!

8/09/2013 3:54 vorm.  
Anonymous Andie Kanne said...

Ob die Situation 2013 noch so ist kann ich nicht sagen, allerdings war sie in der Tat etwas beunruhigend. Wobei die Gitter wohl nicht zum Spaß angebracht waren. Die Ausgangstüre sollte jedoch von innen zu öffnen sein.

8/09/2013 11:58 nachm.  

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