Tag 65: Villar de Mazarife(E)-Astorga(E), 8h, 14°C



Der Morgen ist sehr kalt durch einen eisigen Wind. Ich habe wieder den kompletten Winterdress an mit Handschuhen, Stirnband und der langen Unterwäsche. Pierrette läuft langsam, ich gehe daher alleine.



Alle freistehenden Türme und Gebäude werden von brütenden Störchen benutzt. Schade, dass es die in Deutschland nur noch sehr selten gibt. Die Störche haben etwas sehr majestätisches durch ihre Grösse und ihr ruhiges Flugbild.






Bewässerungsgräben an den Feldern, im Sommer ist es wohl recht trocken hier.






Villavante, eine kompakte Ortschaft, vor der Bäume und Sträucher wachsen. Früher waren die meisten Dörfer von Gärten und Obstbäumen umringt, damit die Bauern nicht weit zur arbeitsintensiven Gartenpflege laufen mussten. Desweiteren schützten die Bäume vor Wind und boten Schatten im Sommer.



Die imposanten Türme ...



... sind in Spanien oft nur eine Fassade.



Inzwischen bin ich im Hospital de Órbigo angekommen. Hier gab es ein Pilgerhospiz der Johanniter, daher der Name Hospital.



Es ist gegen Mittag, die Strassen sind wie ausgestorben.



Nur auf der alten Brücke ist Leben. Die mittelalterliche Brücke führt über den Fluss Órbigo.



Die Legende besagt, dass der Fluss im Jahr 456 tagelang rot gefärbt war vom Blut der Schlacht zwischen den Goten und Schwaben.



Hier hatten bereits die Römer eine Brücke gebaut.



Hospital de Órbigo ist zweigeteilt durch den Fluss.






Es geht ein paar hundert Meter durch den westlichen Ortsteil, dann wieder hinaus in die Felder. Die Montes de Leon kommen näher am Horizont.



An einem kleinen Bach entdecke ich einen kleinen Flusskrebs. Ich kann mich nicht erinnern, je zuvor einen Flusskrebs in Freiheit gesehen zu haben.



Die Äcker sind übersäht mit Steinen.








Villares de Órbigo, 860 Einwohner. Ich bin in der Provinz León der Autonomen Gemeinschaft Kastilien-León.



Santibáñez de Valdeiglesia. Am Ortseingang ein Spielplatz mit Basketball-Korb.







Nach Santibáñez de Valdeiglesia geht es auf einen Höhenzug. Oben ist eine Raststelle neueren Datums. Ich bin müde, nach Astorga sind es aber noch knappe 10 km.



Kurz vor San Justo steht ein Wegkreuz, das Crucero de San Toribio. Astorga liegt in der Mitte der Talebene vor mir auf eine Hügelzug.



San Justo de la Vega unten am Antieg zum Kreuz. Der Ort entstand längs des Pilgerweges und einer Cañada Real genannten Viehtriebroute. Noch vor wenigen Jahrzehnten gab es ein Casa de los Pobres -ein Armenhaus- das wohl der Nachfolger des Pilgerhospizes war.



Dann komme ich nach Astorga. Es liegt auf einer Höhe von 868 Hm am Fuß der Montes de León, die im Teleno, 20 km westlich der Stadt, 2188 m erreichen. Astorga ist Hauptort des Distrikts Maragatería.



Astorga liegt auf einem Hügel, es geht steil hoch in die Stadt.






Kitsch as Kitsch can.



Die Kathedrale Santa María aus dem 15.ten Jahrhundert wurde auf einer Kirche aus dem 8.ten Jahrhundert errichtet. Die verwendeten Steine haben verschiedene Farbtöne.





















In dem durch Antoni Gaudí im neogotischem Stil gestaltete Bischofspalast befindet sich heute das Museum der Wege – Museo de los Caminos.



Todesanzeigen werden in der Nachbarschaft der Verstorbenen an Hauswände geklebt.



Blick auf das Museum und die Kathedrale von der Stadtmauer aus.

Ich komme in einer grossen Herberge unter. Christoph ist dort, ebenso der Brasilianer. Ein junger Deutscher ist Herbergsvater. Er meint zuhause alles abgebrochen zu haben. Auf dem Weg zurück von Santiago sei ihm vor einigen Wochen sein Geld gestohlen worden, nun verdingte er sich als Herbergsvater Kost und Logis. Spanisch hätte er anfangs nicht gesprochen, das lerne er jetzt nebenher.

Ich kaufe ein und wasche wie immer meine Sachen. Die Herberge ist recht voll, ich komme jedoch in einer ruhigen Ecke unter.

In Astorga trifft ein anderer Pilgerweg auf den Camino, die Via de la Plata. Dieser Weg beginnt in Sevilla und führt über Mérida, Cáceres und Salamanca nach Astorga. Von dort weiter auf dem Camino Frances nach Santiago.

2 Comments:

Blogger Markus Quint said...

Was haben die auf das Dach von dem Haus mit den blauen Fensterläden geschüttet?

4/04/2007 10:18 nachm.  
Anonymous Andie Kanne said...

Hm, ich muss wohl nochmals zurückkehren, um das heraus zu finden.

4/11/2007 10:28 nachm.  

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