Tag 53: Navarette(E)-St-Domingo-de-la-Calzada(E), 10h, 18°C



Ich frühstücke etwas im Gite, die Österreicher gehen ohne Frühstück los. Es ist wieder sonnig, aber recht kalter Wind. In Ventosa treffe ich sie wieder, sie konnten kein Frühstück kaufen, die Bar ist ebenfalls geschlossen. Die Stimmung ist entsprechend gedämpft. In Najera sehe ich sie später wieder aus einem Cafe, sie fahren mit dem Bus. Für die Frau mit ihrem operierten Knie ist das wohl auch das Beste.



Ein Bauer fährt mit einem Pferdewagen zu einem Acker.



Ein wunderbarer kleiner Pfad. Etwas später muss man neben einer stark befahrenen Strasse gehen, umso mehr geniesse ich die ruhigen Passagen.



Dann ein unschönes Erlebnis, das mich lange ärgert. Jemand hat den Rain angezündet, das wunderbare Schilf wird abgefackelt. Übrig bleibt eine verbrannte Einöde. In den wenigen verbliebenen intakten Schilfstellen am Weg sind viele Tiere zu hören und sehen. Wie kann man nur so etwas machen?


Nach einem langen Tag über grösstenteils einsame Strecken ohne einen Menschen zu sehen, komme ich nach Santo Domingo de la Calzada in der Región La Rioja. Ich fühle mich gerädert. Eine heisse Dusche im guten Gite erweckt meine Lebensgeister wieder etwas. Ich erhalte von der freundlichen Herbergsmutter eine Creme gegen den Sonnenbrand auf dem Handrücken. In Najera gab es sogar einen Schlecker Markt. Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich so darüber freuen würde. Ich erhalte dort die bekannte, preisgünstige Sonnencreme, Schutzfaktor 20.



Ich gehe barfuss auf meinem Badeschlappen noch in den Ort, es ist nun mildes Wetter, windgeschützt im Ort. Die Kirche mit dem berühmten Hühnerpaar ist leider verschlossen.

"Das sogenannte Hühnerwunder von Santo Domingo de la Calzada ist eine Legende, die eng mit dem Jakobsweg verbunden ist. Zur Hochzeit der Wallfahrt nach Santiago de Compostela soll eine Pilgerfamilie aus Xanten nach Santo Domingo de la Calzada gekommen sein. Sie übernachteten in einem Wirtshaus. Die Wirtstochter fand den Sohn der Familie sehr attraktiv,
der - fromm und keusch - ihr Angebot aber zurückwies. Die Zuneigung der Wirtstochter wandelte sich bösen Zorn, sie sann auf Rache und versteckte einen Silberbecher in seinem Gepäck. Der Wirt bemerkte am Folgetag den Verlust und schickte die Stadtbüttel aus, die auch schnell fanden, was sie suchten. Der junge Mann wurde nach kurzem Prozess aufgehängt und die Eltern zogen traurigen Herzens weiter nach Santiago. Auf dem Rückweg kamen sie wieder an der Richtstatt vorbei, wo sie ihr Sohn ansprach, dass er gar nicht tot sei, weil ihn (Version 1) Santiago bzw. (Version 2) Santo Domingo gehalten hätten. Die Eltern liefen daraufhin zum Richter, der vor einem Teller gebratener Hühner saß, und berichteten das Vorgefallene. Der Richter antwortete, dass ihr Sohn so tot wie die beiden Hühner vor ihm wären, worauf diese sich erhoben und davonflatterten. Nun wurde der Sohn ab- und die Wirtstochter aufgehängt, die Familie zog weiter nach Hause.

Diese Legende existiert in vielen Versionen auch jenseits des Jakobsweges. Auch künstlerische Verweise auf das Wunder finden sich immer wieder". Quelle: Wikipedia


"Dieses Hühnerwunder ist das in Deutschland bekannteste und verbreitetste Jakobuswunder. Es ist in Rothenburg und in Winnenden zu sehen, ebenso auf vielen Altarbildern, wie z.B. das in Kempen. 1903 wurde in Überlingen in einer Jodokkapelle Fresken aus dem 15.Jh. entdeckt, die das Hühnerwunder als Bildergeschichte erzählen. Ein besonderes Kuriosum hierzu dürfte es in der Jakobuskapelle neben der alten Fuldaer Stiftskirche gewesen sein. In ihr soll "es bereits im 14.Jahrhundert einen Altar mit der Bezeichnung 'auf der Hünner Hort' gegeben haben. Es handelt sich wahrscheinlich um den Altar über einem Hühnerstall, der dem Hühnerkäfig in Santo Domingo de la Calzada wohl nachempfunden war." Quelle: http://www.jakobus-info.de/compostela/99.htm

2 Comments:

Anonymous Edi Henn said...

Da muß ich unbedingt noch mal hin :-)

3/08/2007 5:57 vorm.  
Anonymous andie kanne said...

Prädikat wertvoll. Besuch ist empfehlenswert, nette Herberge.

3/08/2007 10:05 nachm.  

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