Tag 43: Aire-sur-l'Adour(F)-Pomps(F), 11.5h, 6°C



Heute Morgen geht es anfangs an einer sehr belebten Strasse neben dem Berufs- und Schulverkehr entlang. Ich freue mich, wieder unterwegs zu sein. Am Ortsende von Aire-sur-l'Adour ein Kilometerschild, noch 932 km bis Santiago.



Schnell bin ich wieder abseits des Lärms und Gestanks. Ich habe heute Schwierigkeiten, die Schuhe richtig zu binden. Entweder sind sie zu fest gebunden, zu lose, drücken hier oder da. Nach einer Weile beschliesse ich, die Füsse für das erste zu ignorieren.



Gänse auf den Feldern, von der Vogelgrippe hoffentlich verschont.



Ich bin in der Région Aquitaine, Département Landes. Viele Häuser in der Gegend haben einen Ziehbrunnen am Haus.



Latrille, ein kleiner Weiler auf rund 150 Hm. Die Landschaft ist recht profiliert, trotz der tiefen Lage.



In Latrille ein Bildstock von 1965. Mit der Tischplatte hat er etwas von einem Altar. Die älteren Bildstöcke sagen mir doch mehr zu.





Nach einem guten Stück laufen, bei dem ich zwischendurch von leichen Regenschauern überrascht werde, komme ich nach Miramont-Sensacq. In der Nähe soll laut Reiseführer eine alte Kapelle am Weg sein.



Der Friedhof von Miramont-Sensacq, grosse Familiengräber schauen über die weiten Flächen mit Blick auf die Pyrenäen.



Dann wird es wieder hügelig und glücklicherweise sonnig.



Der Weg geht über Höhen und durch Täler.



Dann sehe ich die erwähnte Kapelle aus dem 11. Jahrhundert, sie liegt etwas abseits des Weges.



Eine interessante Architektur. Um die freistehende Kirche -hinter der Hecke- ist ein kleiner Friedhof angeordnet. Kilometerweit weg von der nächsten Ortschaft, nur einige Bauernhöfe sind in der näheren Umgebung.



Ich bin begeistert. Ein schlichter Innenraum, mit einem fragilen hölzernen Dachstuhl.



In der Ecke rechts ein sehr altes Taufbecken. Früher wurde man mit dem ganzen Körper in das Taufbecken eingetaucht, in Analogie zu der Taufe am Jordan durch Johannes den Täufer.

Diese Kirche hat eine enorme Ausstrahlung auf mich. Vielleicht durch ihre Lage, ihr Alter oder ihre Schlichtheit?



Dann sehe ich von weitem ein weiteres interessantes Bauwerk. Was mag das sein, eine Kirche oder eine Burg?



Der Name macht die Sache noch spannender. Pimbo, 179 Einwohner.



Dann bin ich an dem Bauwerk, es ist eine der ältesten Basteien Frankreichs. Das romantische Portal der Kirche Saint-Barthélemy aus dem 12. Jahrhundert. Sie basiert auf einer Benediktinerabtei aus dem 8. Jahrhundert, gegründet durch Karl den Grossen.
Die Kirche wurde im 14. Jahrhundert beim Bau eines Wehrgangs umgestaltet, daher auch die ungewöhnliche Gestalt.

An der Kirche treffe ich auch Dennik wieder, den Pilger aus Antwerpen. Er hat vergeblich ein Geschäft für Einkäufe in Pimbo gesucht. Während ich mir die Kirche anschaue, geht er weiter.



Blick von Pimbo auf das Tal, in das ich hinunter muss. Unten auf dem Weg sehe ich Dennik laufen. Bis ich dann unten bin, ist er jedoch nicht mehr zu sehen.



Eine alte Scheune mit Pflanzen, die zum Trockenen aufgehängt wurden.





Nach einer Weile wieder eine interessante Kirche in einem Friedhof, die leider verschlossen ist.



Auf dem Türsturz über der Kirchentüre sehe ich erstmals die Steinmetzzeichen, die ich in den nächsten Tagen noch desöfteren sehen werde. Ich habe wohl eine ethnische Grenze überschritten und bin im Gebiet der Basken.









Nach einem heftigen Regenschauer, den ich in einem Supermarkt in Arzacq-Arraziguet trocken überstanden habe, spiegelt sich die Sonne im ablaufenden Wasser auf dem Weg. Beim Einkaufen einer Brotzeit für das Mittagessen begann es sintflutartig zu schütten. Ich durfte das Mittagessen dann im Laden zu mir nehmen. Brot mit Käse, Milch und etwas Obst.





Nach Arzacq-Arraziguet waren es rund 30 km seit Aire-sur-l'Adour. Von Arzacq-Arraziguet nach Pomps sind es knapp 20 km. Der Ruhetag am Wochenende hat mir gut getan, die Reserven sind wieder gefüllt. Beim Studium der Karte finde ich eine Abkürzung, bei der ich allerdings einige Höhenmeter machen muss. Ich laufe den kürzeren, steilen Weg (eigentlich habe ich die Karte studiert, weil ich seit längerem keine Wegmarkierungen mehr gesehen hatte und mich nicht verlaufen wollte). Nach einer Weile sehe ich alte, abgeblätterte GR65 Markierungen. Dieser Weg war wohl früher der Jakobsweg! Der Aufsteig ist recht antrengend, der neue Weg führt um die Hügel herum durch ein Tal.

Ich komme nach Garos, Région Aquitaine, Département Pyrénées-Atlantiques. Herrliche Aussicht über ein weites Gebiet.



Dann geht es wieder ins Tal. Der originale GR65 ist zugewuchert und gesperrt. Ich nehme einen Waldweg der ins Tal führt, die Richtung stimmt.



Ich komme nach Uzan. Hier gibt es wohl einen Gite, der allerdings nur von April bis Oktober geöffnet hat laut Führer. In Pomps soll eine Gite sein mit Öffnungszeit März bis Oktober. Es ist nun Anfang März, ich gehe daher das Risiko ein und laufe Richtung Pomps weiter. Wo Simon wohl inzwischen ist?



Die Regenwolken und die Sonne liefern heute schöne Licht- und Farbspiele.
Um mich herum sind heute viele Regenwolken gezogen, teilweise bin ich trockenen Fusses mitten durch die Regenfronten gelaufen.

Als ich dann in Pomps ankomme, beginnt es zu dämmern. Der Gite hat tatsächlich geöffnet, worüber ich sehr dankbar bin. Allerdings ist es kein echter Gite, sondern ein Container mit Betten. Nebenan eine Turnhalle, die momentan eine grosse Baustelle ist. Dort kann ich duschen und kochen. Ich fühle mich allerdings nicht ganz wohl in der Unterkunft, sie liegt abseits des Ortes.

Nachts muss ich austreten, der Sternenhimmel ist so weit, klar und hell, wie ich ihn in Europa selten erlebt habe. Eine grandiose Gegend!

2 Comments:

Blogger logrono said...

Hallo,
bitte schreibe möglichst schnell weiter, ich bin 2004 im September auf dem Jakobsweg von Bordeax bis Fisterre mit dem Rad unterwegs gewesen.Ich freue mich auf die Etappen welche mir auch bekannt sind
mfg Thomas

1/29/2007 5:12 nachm.  
Anonymous Andie Kanne said...

Hallo Thomas, der Stein von Gibraltar heute dürfte Dir wohl bekannt sein, wenn Du dem Weg von Paris gefolgt bist. Oder bist Du etwas weiter westlich direkt am Atlantik gefahren?
Grüsse
AK

1/30/2007 10:28 nachm.  

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