Tag 23: Monistrol-d'Allier(F)-Domain du Sauvage(F), 9h, 10°C



Nach einem guten und umfangreichen Frühstück von der freundlichen Madame im Gite geht es aus dem Tal hinauf auch die Hochebene. Das Wetter verspricht heute gut zu werden. Ich freue mich auf den Tag und die Etappe. Mein Fuss hat sich wesentlich gebessert. Ich creme zwar noch, aber die Schwellung ist weitgehend verschwunden.



Im Aufstig aus dem Tal komme ich an dieser, in eine Höhle gemauerte Chapelle Madeleine vorbei. Die Kapelle war früher ein bekannter Wallfahrtsort. Links und rechts der Kapelle hat man Gräber in den Felsen gehauen.



Blick in das Innere der Kapelle, der Blitz des Fotos hellt sie etwas auf. Meine Kamera ist übrigens eine kleine Canon IXUS 400 mit 500MB Speicherkarte.



Blick zurück auf das Tal der Allier. Monistrol liegt im Tal am rechten Bildrand.



Der Weg führt bergauf in den Schnee, es wird kälter in der Höhe. Ich sehe die Radspur des Landwirts aus dem Gite in Le-Puy. Er musste das Rad schieben, seine Fussspur ist neben der Radspur gut zu sehen.



Hof unterwegs.



Blick zurück über Monistrol. Herrliches Wetter heute mit guter Fernsicht.



Der Wind bläst offensichtlich regelmässig und stark aus derselben Richtung.



Auf der Hochebene vor Saugues. Im Hintergrund über dem Wald sind schneebedeckte Höhenzüge zu sehen. Ich nähere mich dem Massif Central.



Blick auf Saugues. Saugues war früher die Hauptstadt der Provinz Gévaudan. Dieser Name erlange Bekanntheit durch La bête du Gévaudan, der Bestie vom Gévaudan.
Sie ist der Verursacher einer Serie von mörderischen Überfällen mit rund 100 Opfern, die sich von 1764 bis 1767 in der Gegend um Saugues ereignete. Ob es ein Wolf, ein Hund, eine Kreuzung davon oder gar ein Mensch war, konnte nie ermittelt werden. Die Theorie um den Wolf wird touristisch in Saugues verwertet.



Nach Saugues wird es nun langsam ernst. Croix du Fau ist freigegeben, nun komme ich also in Gebiete, die offiziell wegen Schnee gesperrt sein können.



Seit dem späten Vormittag ist es warm geworden, fast Föhnwetter. Der Schnee schmilzt rasant schnell und läuft in Rinnsalen die Wege entlang. Unterwegs falle ich um Jahrzehnte zurück und baue Staudämme in die Rinnsale, welche die Eisplatten durchfräsen wie Canyons.



La Clauze, eine kleiner Weiler mit einem Wehrturm aus Granit.



Von der Burg aus dem 12.ten Jahrhundert ist nicht mehr viel übrig ausser dem sonderbar geformten Turm.



Ansonsten verfallen nun auch profane Gebäude und Höfe in dem Ort.



Le Falzet. Hier gäbe es eine Unterkunft auf einem Bauernhof. Mein rechter Fuss ist wieder soweit fit. Es ist erst Nachmittag, ich entscheide mich daher, noch etwas weiterzugehen.



Ein herrlicher Winternachmittag. Die Strecke zieht sich nun, ich werde müde. Mein Fuss ist aber ok und das ist die Hauptsache im Moment. Ich sehe wieder die Fahrradspur. Der Landwirt ist hart im nehmen! Ich sehe einige steile Ansteige, an denen die Radspur eher kurze Streifen neben der Fussspur sind. Da hat er das Rad wohl geschultert und das Vorderrad schleifte bei den Schritten im Schnee.











Ich stehe hier an der Strassenabzweigung. Hinter mir führt die Strasse weiter auf den Bergrücken hoch. Dieser Weg hier geht links vom dem Weg ab und ist ein Privatweg. Zufahrt zum Domain du Sauvage. Ein ehemaliges Landgut und Hospital der Templer, nun im Landeseigentum. Das Gehöft ist verpachtet, auf dem 750 Ha grossen Gelände stehen viele Pferde. Das Gehöft ist hinten am Ende des Weges zu erkennen.

Der Gite im Gehöft ist neu umgebaut und riesengross. Ausser einem Telefon, Internet und Mobilfunknetzabdeckung ist alles vorhanden. Ideal wohl für Schulklassen oder grosse Gruppen. Hier kann man sicherlich schön Urlaub machen, weit abgelegen und ruhig, mitten in der Natur.

Ich wasche meine Kleidung mit der Hand und verteile sie auf den Heizkörpern im Gite zum Trocknen.

4 Comments:

Anonymous Jan said...

Hallo Andie,

wirklich klasse, Dein Bericht! Bin schon ganz gespannt auf die Fortsetzung.
Ich selbst gehe den Weg ab März von Genf aus und werde Dich sicher noch das ein oder andere fragen.

Gruß aus Köln

Jan

11/22/2006 7:47 nachm.  
Blogger Andie Kanne said...

Hallo Jan, danke für die Blumen. Fragen und/oder Kritik sind gerne willkommen.
Ultreia
Andie

11/22/2006 8:01 nachm.  
Blogger seppbaumgartner said...

Lieber Andie
Vor etwa einem Jahr hatte deinen wunderbaren Blog gefunden. Ich hatte dir geschrieben, dass ich den Wege nach Santiago von Genf aus machen werde. Allerdings unterbrach ich meine Pilgerreise in Lectoure. Dort werde ich meine Pilgerschaft in 3 Wochen weiterführen. Was ich dir sagen wollte: deinen Blog empfinde ich immer noch so echt lebensnah wie vor meiner Pilgerschaft. Bei vielen Dingen, z.B. beim domain du sauvage, dachte ich auf meiner Reise an dich.
Ultreia Ultreia!
Josef Baumgartner

3/30/2009 7:33 nachm.  
Blogger Andie Kanne said...

Lieber Josef,
schön, dass du an mich denkst und wieder zum Blog zurückgekommen bist.

Ich würde gerne wieder laufen. Es muss wunderbar sein zu wissen, dass man in 3 Wochen wieder losgeht. Wie weit soll es gehen, in einem Stück bis SdC?

Viele Grüsse
Andie

3/30/2009 8:02 nachm.  

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